Wissenschaftsfreiheit / Academic Freedom

,,Wir verstehen Wissenschaftsfreiheit als einen Prozess der Erweiterung von Teilhabe an Wissenschaft, und damit bedeutet Wissenschaftsfreiheit auch Ermöglichung: von Forschung, von Lehre und von Räumen kritischer Auseinandersetzung über jenes System Wissenschaft, dessen Funktionieren auch auf Diskriminierung, Prekarisierung und Ausschluss beruht. ”

Wir sind ein Zusammenschluss von Wissenschaftler*innen, die sich aktiv für Wissenschaftsfreiheit einsetzen. Wir verstehen Wissenschaftsfreiheit als einen Prozess der Erweiterung von Teilhabe an Wissenschaft, und damit bedeutet Wissenschaftsfreiheit auch Ermöglichung: von Forschung, von Lehre und von Räumen kritischer Auseinandersetzung über jenes System Wissenschaft, dessen Funktionieren auch auf Diskriminierung, Prekarisierung und Ausschluss beruht.

Die Hochschule ist historisch ein Ort, an dem in besonderer Weise Macht und Wissen zusammenkommen. Daraus geht eine besondere Verantwortung hervor, und ein Anspruch auf Wissenschaftsfreiheit kann diesen Ort nicht als unschuldigen Ort verteidigen oder unbefragt lassen. Denn Wissenschaftsfreiheit ist vor allem durch bestimmte historisch gewachsene Verhältnisse von Macht eingeschränkt, deren Strukturen und Wirkweisen wenige Menschen, Perspektiven und Geographien bevorzugen. An vielen Orten kämpfen sowohl Wissenschaftler*innen als auch ganze Disziplinen um ihr Überleben. Gerade die Wissenschaft besitzt jedoch das Instrumentarium und damit die Aufgabe, die Grenzen der Freiheit von Wissensproduktion sichtbar zu machen und an der Verschiebung dieser Grenzen zu arbeiten. Aus unserem Verständnis von Wissenschaftsfreiheit heraus fragen wir also danach, welcher vermeintliche Begriff von Freiheit darin eigentlich gesetzt ist, wenn diese Freiheit noch nie für alle galt. Auch fragen wir danach, wer in welcher Form Objektivität behauptet und einsetzt, um an einer Deutungshoheit der Wenigen festzuhalten. Wir glauben, dass Wissenschaftsfreiheit dazu beitragen kann, Hochschulen nachhaltig vielfältiger, kritischer und solidarischer zu gestalten.

Wissenschaftsfreiheit stellt für uns folglich die Basis für Aushandlungsprozesse dar. Diese Aushandlungsprozesse können und müssen in der Wissenschaft stattfinden, wenn Wissenschaft ihrem eigenen Anspruch nachkommen will, allgemeingültiges Wissen zu schaffen – Wissen von und für Viele – und sich dabei beständig selbst zu reflektieren. Erst dadurch kann sich dem Ideal der Wissenschaftsfreiheit angenähert sowie gewährleistet werden, dass sich Wissenschaft nicht von aktuellen Entwicklungen entkoppelt. Auf diese Weise kann sie auf eine Teilhabe hinwirken, in der sich die Vielfalt unserer Gesellschaft abbildet. Wir verstehen Wissenschaftsfreiheit als Freiheit von Diskriminierung, Ausschluss und Prekarisierung und damit als eine aktive Ermöglichung der Produktion von Wissen, Forschung und Lehre der Vielen.


We are a coalition of scientists who actively advocate for academic freedom. We understand academic freedom as a process to extend participation in science. Thus, it also means enabling: of research, of teaching and of spaces for critical debate about the system of science, whose functioning is also based on discrimination, precariousness and exclusion.

Since its foundation the university is a place where power and knowledge meet in a particular way. The resulting responsibility cannot give grounds to a claim to academic freedom that defends the university as innocent or leaves it unquestioned, as academic freedom is primarily constrained by certain historically evolved relations of power whose structures and modes of operation favor only a few people, perspectives, and geographies. In many places, both scientists and entire disciplines struggle to literally survive. However, it is precisely science that has the tools and thus the task to highlight the limits of a freedom of knowledge production and to work on shifting these limits. From our understanding of academic freedom, we ask what concept of freedom is presupposed, if this freedom has never held true for everyone in the first place. In addition, we ask who claims and uses objectivity in what form to hold on to a discoursive sovereignty of a few. Academic freedom, we believe, can contribute to consistently more diverse and critical universities acting and standing in solidarity.

Consequently, to us, academic freedom represents the basis for processes of negotiation. These processes can and must take place in science if science wants to satisfy its own claim to create valid knowledge – knowledge by and for many – and to constantly reflect on itself in these processes. The ideal of academic freedom can only be approached in this way and, at the same time, it can be ensured that science does not delink itself from current developments. In such a manner, it can work towards a participation in which the diversity of our society is reflected. We understand academic freedom as freedom from discrimination, exclusion and precariousness and thus as actively enabling of the production of knowledge, research and teaching of the many.

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